Freitag, 2. August 2013

Kleine Trollkunde für Anfänger

Guten Tag, meine Damen und Herren!
Im Rahmen meiner Vortragsreihe "Kleine Trollkunde für Anfänger" möchte ich Ihnen heute die Gattung der Kleintrolle nahe bringen, insbesondere die der possierlichen Bratröllchen (als alternative Schreibweise lt. neuer Rechtschreibung auch: Bra-Tröllchen). Gemeine Bratröllchen sind harmlose Geschöpfe. Sie sind klein und füllig und stecken in einer orangefarbenen Haut mit Pockennarben und einer Nase, die beinahe so groß ist wie ihr Bauch. Ihren Namen verdanken sie einer wulstigen, etwas dunkleren Einfärbung auf Brusthöhe, die an einen BH (=engl. "bra") erinnert.
Wie die meisten Kleintrolle sind sie Einzelgänger, doch weil sie Sumpfgebiete bevorzugen, leben sie dennoch in der Regel nicht weit voneinander entfernt. Trifft ein Bratröllchen auf ein anderes, gehen sie grußlos aneinander vorbei. Ihre Pockenhaut diente als Vorbild für die Entwicklung des Goretex-Stoffs, denn sie ist absolut wasserabweisend und atmungsaktiv. Selbst im tiefsten Morast sinken sie nicht ein und sehen stets aus wie aus dem Ei gepellt. Apropos: Wie sich die Tröllchen fortpflanzen, ist noch ungeklärt. Es gibt weltweit nur sehr wenige Exemplare und es erfordert einige List, sie zu beobachten. Sicher ist nur, dass sie mindestens 100 Jahre alt werden. Vorher sterben sie aus Prinzip nicht.
Man hat versucht, sie für Tierversuche zu fangen, doch die Bratröllchen haben einfach nicht auf die menschlichen Manipulationen reagiert. Selbst die schärfsten Messer und die spitzesten Nadeln haben ihre kleinen festen Körper nicht durchdrungen. Sie waren absolut medikamenten- und betäubungsmittelresistent und konnten nur mit Klettbändern an Armen und Beinen gefesselt werden. Schließlich hat man sie entnervt wieder freigelassen. Es machte einfach keinen Spaß, die Bratröllchen zu quälen. Wonderbratröllchen unterscheiden sich von normalen Bratröllchen dadurch, dass sie im Dunkeln leuchten. Ansonsten verhalten sie sich ganz genauso. Es kommt vor, dass sie eine ganze Moorlandschaft in ein neonoranges Licht tauchen, aber nur, wenn gerade keiner hinschaut. (Weil Wonderbratröllchen fast blind sind, bemerken sie manchmal nicht, dass sie jemand bemerkt hat, daher weiß man von diesem Phänomen.)
Interessanterweise gibt es noch mehr Tröllchenarten, die sich in höchst unterschiedlichen Lebensräumen eine Nische gesucht haben. Allen voran ist das Zebratröllchen zu nennen, welches so quirlig und knuddelig ist, dass man es am liebsten mit nach Hause nehmen würde. Doch scheu sind sie alle, die Tröllchen und die Trolle. Das Zebratröllchen ist plüschig und schwarzweiß gestreift und lebt in Wüstenrandgebieten und Steppen. Dort kann es vorkommen, dass ihm gelegentlich ein Algebratröllchen über den Weg läuft. Natürlich gehen auch diese Tröllchen grußlos aneinander vorbei. Algebratröllchen lieben es als echte Mathematiker staubtrocken. Bevor sie einen Weg einschlagen, berechnen sie dessen Länge und hinterlassen den Rechenweg als Spuren im Sand. Manchmal bauen sie sogar absichtlich Rechenfehler ein, um ihre Feinde zu täuschen. Wer die listigen Algebratröllchen beobachten möchte, braucht eine mathematische Begabung und beträchtliche Wasservorräte, denn Algebratröllchen fühlen sich inmitten der Wüste am wohlsten.
Zu warnen ist vor dem Kobratröllchen. Es kann sich verschiedensten Umgebungen anpassen und ist hochgiftig. Es ist gestreift wie das Zebratröllchen (Verwechslungsgefahr!), doch längst nicht so plüschig wie dieses. Fühlt es sich bedroht, beißt es sofort zu. Ein Kobratröllchenbiss ist äußerst schmerzhaft und kann sogar tödlich sein, wenn das Gift tief genug eingedrungen ist, doch zum Glück gibt es ein simples Gegenmittel: Die betroffenen Stellen müssen umgehend mit Brennnessel-Quacksalbe eingerieben werden, welche man in Kobratröllchengebieten stets bei sich führen sollte. Eine weitere Möglichkeit ist das Beschwören der Kobratröllchen durch Musik. Dann beißen sie auch nicht, doch Laien wird von dieser Methode abgeraten, weil Kobratröllchen das absolute Gehör besitzen und zudem einen höchst eigenwilligen Musikgeschmack. Aus Volkserzählungen kennt man weiterhin das Abrakadabratröllchen, welches in dichten Wäldern lebt und Menschen in Elfen und Feen verzaubert haben soll, doch bisher hat noch kein ernsthafter Trollforscher ein solches gesehen. Allerdings verschwinden auffallend viele Trollforscher spurlos im Dickicht skandinavischer Wälder und niemand weiß davon zu erzählen, was sie vor ihrem Verschwinden erlebt haben.
Das war's mal wieder für heute - ich danke Ihnen herzlich für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche weiterhin ein trolliges Wochenende. Mit diesen Worten trolle ich mich.Ihr Prof. Dr. rer. troll. Julius Fidibus

Donnerstag, 3. Januar 2013

Neues Jahr. Alte Vorsätze.

 
 

Fernsehkritik: Richtig fett abnehmen -  Ein Promi auf Hungerkur (ZDF)


Neues Jahr. Alte Vorsätze. Und weil die Welt nicht untergegangen ist, haben wir auch 2012 an den Feiertagen wieder ordentlich zugeschlagen. Ein paar Kilo weniger? Bittesehr.
In Zeiten der personalisierten Werbung kann man sich kaum noch verstecken vor den mannigfachen Marketingmaschen von einigermaßen seriös bis äußerst dubios. Diese Anzeige
in Facebook zum Beispiel verspricht mir in gebrochenem Deutsch, ganze 15 Kilo in 2 Wochenzu verlieren. Geht das überhaupt? Kotz Dich schlank wäre vermutlich die einzig adäquate Methode, dieses Wunder
zu vollbringen. Wenn überhaupt, Zum Kotzen finde ich allerdings auch das, was uns der ZDF info-Kanal unter dem Deckmäntelchen der Seriösität zum Jahresbeginn serviert: Eine
mehrteilige BBC-Reportage mit dem Titel "Richtig fett abnehmen". Man nehme: Eine hierzulande komplett unbekannte und in ihrer Heimat womöglich zu Recht vergessene Ex-Girlband-Sängerin, die als Mutter, Ehefrau und Thirtysomething nach dem Karriereknick ca. Größe 40-42 trägt. Sie scheint dabei ziemlich hübsch, talentiert und sympathisch zu sein. Wenn, ja wenn sie nicht wie so viele Frauen um nichts anderes kreisen würde als um den Umfang ihres Bauchs und ihrer Oberschenkel. Zwar war sie zwischendurch auch mal eine Zeitlang richtig übergewichtig, aber inzwischen sieht sie einfach ziemlich normal und wohlgenährt aus. Trotzdem lässt man ihr Raum und Zeit, mehrere Folgen lang über ihr Gewicht zu schwadronieren und darüber, wie fett sie ist. Und wenn sie dann gerade mal einen lichten Moment hat und dieses System in Frage stellt, dann sagen es andere oder es wird darüber berichtet, wie die britische Presse über das Pummelchen lästert und wie ein Schönheitschirurg sie zurechtschnippeln würde. Gut möglich natürlich, dass es sonst nichts zu berichten gibt über diese Claire Richards, wenn sie nichts Besseres zu tun hat als sich selbst auf ihren Körper zu reduzieren. Ihr etwas pummeliger, aber nicht minder sympathischer Ehemann ist da nicht das Problem. Männer haben ja in der Regel gern was zum Anfassen, aber das fernsehtaugliche Fleisch muss knusprig sein, damit es in die marketingtauglichen Magermodelklamotten passt. Die Doppelmoral von der Geschicht: Kaum eine Frau fühlt sich wirklich wohl in ihrer Haut.

Übergewicht, wirkliches Übergewicht, kann zu gesundheitlichen Problemen führen und macht auch sonst nicht halb so viel Spaß, wenn gesellschaftliche Diskriminierung zu den Selbstzweifeln hinzukommt und man eigentlich gar nicht so viel essen kann, wie man darüber gefrustet ist. Insofern ist Doku-Träller-Claire eine von uns. Ich fall ihr da jetzt nicht in den Rücken, weil ich ihr ihre Nöte durchaus glaube. Es ist
nun mal nicht allein eine Frage der Kleidergröße, wenn frau sich fett fühlt. Es ist ein Gefühl, das jede kennt. Übel nehme ich dem BBC - und dem ZDF als "Zweitverwerter" dieser dünnen Doku-Diät-Suppe - die Unreflektiertheit, mit der uns hier eine relativ normalgewichtige Frau als übermäßig fett verkauft werden soll. Da helfen auch ein paar kritische Untertöne nicht, am Ende bleibt ein ganz übler Nachgeschmack. Das finden womöglich manche junge Mädchen und Frauen wieder richtig zum Kotzen, und andere wiederum möchten sich kalorienreiche Snacks reinhauen, weil wenn Clärchen schon ein hoffnungsloser Fall ist, dann sind wir es ja schon lange. Und am Ende haben wir es ja ohnehin schon vorher gewusst: Das Geheimrezept fürs "Richtig fett abnehmen" hat auch diese Doku nicht zu bieten. Stattdessen gibt es Aufgewärmtes aus der Fernsehkantine von Vorgestern. Mit dem Zweiten sieht man: Am Besten nicht Neues. In diesem Sinne: Getrost abschalten.

Montag, 12. März 2012

Buchberatungsstelle: Reise, aber weise: Wie Städte und Länder "ticken"

Buchberatungsstelle: Reise, aber weise: Wie Städte und Länder "ticken": Heute möchte ich Euch zwei Reihen vorstellen, die einerseits eine ähnliche Zielgruppe ansprechen, andererseits aber auch sehr unterschi... Ich blogge ab sofort wieder regelmäßig, und zwar hier.

Samstag, 17. Januar 2009

Super Hirn


Dieses Gehirn hat eine amerikanische Psychiaterin anatomisch korrekt nachgestrickt, bis hin zu den komplexesten Details. Ein Jahr soll sie daran gesessen haben, was sie so begründet:

"It was a labour of love.
For me, there were two humorous aspects. One was simply to undertake such a ridiculously complex, time consuming project for no practical reason.
The second was the idea of making a somewhat mysterious and difficult object - a brain - out of a 'cuddly', cheerfully coloured, familiar material like cotton yarn."

Bisher unbewiesen blieben die Gerüchte bei Ravelry, wo ich diese Meldung aus dem britischen ...Telegraphgefunden habe, es handele sich um das Gehirn einer wollsüchtigen Strickerin

Sonntag, 11. Januar 2009

Ausgerechnet Socken!

Socken

Wer meine Strickvorlieben kennt, der weíß: Das Nadelspiel und ich, wir werden in diesem Leben keine Freunde mehr. Nach etwa 27 Versuchen hatte ich daher beschlossen, dass Socken stricken einfach nicht mein Ding ist. Und überhaupt: Was ist der Witz dabei, aufwändigste Kunstwerke zu stricken und sie in Schuhen und unterm Hosenbein zu verstecken?

Letzteres weiß ich zwar selbst noch nicht genau, aber dennoch musste ich - die Unterwegs-Strickerin par excellence - über kurz oder lang dem Sockenstricken verfallen. Meine Alternative zum Nadelspiel: Zwei Rundstricknadeln. Der Nebeneffekt: Das Strickbild wirkt viel sauberer, ich habe keine sichtbaren "Gässchen" zwischen den Nadeln, sondern einen schönen gleichmäßigen Schlauch. Vorteil Nr. 2: Nach dem Arbeiten der Ferse auf einer Rundstricknadel kann ich die Maschen so verteilen, dass sämtliche Zunahmen und später Abnahmen nur einer Nadel geschehen und ich brauchte praktisch nicht zu zählen. Vorteil Nr. 3: Möchte ich Rippen oder ein Muster auf der Fußoberseite arbeiten, kann ich mir die Mustermaschen alle auf eine Nadel nehmen und den Rest auf die andere.

Ob ich eine obsessive Sockenstrickerin werde in diesem Jahr - nun, das bleibt abzuwarten. Es gibt auch noch viele andere Projekte, die mich reizen und Wolle genug im Stash. Einen Clapotis möchte ich auf jeden Fall bald endlich mal anschlagen - sowas braucht die Strickerin von Welt einfach ;o).
Und das eine oder andere Laceprojekt vielleicht. Nun, mir werden die Ideen nicht ausgehen. Und mit meinem neuen Knitpicks-Set hänge ich sowieso buchstäblich an der Nadel. Autsch.

Aber es sind auch noch eine ganze Menge andere Sachen fertig geworden, nicht bloß Socken. Zum Beispiel meine "BYOB"(Bring your own bag)-Einkaufstasche, die ich mal bei einem Stricktreffen begonnen habe, zu dem ich vergessen hatte, Strickzeug mitzubringen. Das Perlmuster war schon irgendwie die Pest, aber die Mühe hat sich gelohnt - Einkaufstaschen kann man ja nie genug haben.

Auf ein Neues!

Jetzt blogge ich doch tatsächlich schon fast ein Jahr, fast unbemerkt ist die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr verrannt und nun haben wir doch schon fast wieder Mitte Januar.

Trotzdem wünsche ich Euch allen auch jetzt noch ein ganz tolles, gesundes, glückliches und kreatives 2009!

Donnerstag, 11. Dezember 2008

Wüste. Und Beschimpfungen.

Eigentlich kann Aci das besser als ich und sie ist nun auch nach einer wohlverdienten Pause wieder zurück in der "Blogosphäre". Aber heute möchte ich auch mal zwei berufliche Sachen bloggen, frisch aus dem Weihnachtsgeschäft.

Das war zum einen die Kundin, die mit Noah Gordons "Der Katalane" zur Kasse kam und meine Kollegin fragte: "Haben Sie das gelesen?" Als sie wahrheitsgemäß verneinte, schüttelte die Kundin nur den Kopf und befand uns als generell ziemlich inkompetent. "Das ist das Problem bei den Buchverkäuferinnen, nie haben sie das Buch gelesen." Hm. Naja, ein paar von den ca. 1 Million lieferbaren Titeln auf dem deutschen Buchmarkt schaffen wir schon, aber alle? Wenn die Dame mir das finanziert, von mir aus. Aber immerhin hat sie das Buch trotzdem gekauft.

Doch während wir diese Kundin nicht hätten glücklich machen können, konnte ich gestern eine andere richtig beeindrucken. Hat zwar eine Weile gedauert, aber "The desert man" von Graham Greene war einfach nicht auffindbar, was mich stutzig machte und die Kundin auch, weil die Lehrerin das doch gesagt hatte. Naja, oder so ähnlich. Ein paar Recherchen später kam ich auf die Idee, dass hier eigentlich nur "The third man" gemeint sein konnte. Wenn man das ein wenig schlampig und ohne ti-äitsch ausspricht, kann die Mama dann schon durchaus mal Bahnhof äh Wüste verstehen.

No more princess stories he decided

Während ich im Weihnachtsgeschäft versinke und abends dann höchstens vor der Glotze/ dem PC, in der Badewanne und schlussendlich im Bett versacke, gibt's hier ein etwas anderes Märchen zu gucken, welches die Liebste aus dem Netz gefischt hat. Ich finde, als Bilderbuch hätte das durchaus Potenzial. Vielleicht findet sich ja eines Tages ein Verlag - Youtube hat ja schon so manche Erfolgsgeschichte erzählt.



In diesem Sinne: Eine fröhliche Adventszeit!

Freitag, 5. Dezember 2008

Sie passen!



Die hier habe ich gerade der Liebsten zum Nikolaus überreicht. Zum Glück hat sich die Mühe gelohnt - sie passen ihr und vor allem gefallen sie ihr. (Will ich meinen.)

Schwierig sind Fingerhandschuhe eigentlich nicht, bloß ein bisschen nervtötend. Menschen haben entschieden zu viele Finger. Und ich versteh jetzt auch, warum immer alle Pulswärmer und fingerlose Handschuhe stricken: Das ist der Part, der richtig Spaß macht.

Sonntag, 23. November 2008

Vorweihnachtliche Stille im Blog

Der Vorweihnachtsstress auf der Arbeit hält sich noch in Grenzen, aber Selbstgemachtes zeigen kann ich im Moment trotzdem kaum - obwohl eigentlich ganz viel fertig geworden ist.

Zum Beispiel mein wunderschönes giftgrünes Matildatuch, das ich seither täglich trage. Das könnte ich schon zeigen, aber irgendwie komme ich immer nicht dazu, es bei guter Belichtung richtig schön zu fotografieren. Aber das hole ich bestimmt noch mal nach.

Eine Sache allerdings zeige ich Euch jetzt, ein kleines Projekt gegen die Winterkälte, der Fourth Grade Hat aus der neuen Ausgabe von Twist Collective. Ich schaue nur deshalb so bescheuert aus der Wäsche, weil ich mich selbst fotografiert habe...



Hier nochmal ein Starfoto vom Hut allein:


Das Graue ist butterweiches "Baby Alpaca" von Lana Grossa, das andere ein Knäuel "Furetto" von Lana Grossa.

Montag, 3. November 2008

Ein bisschen schwarzer Humor



Ob man wohl irgendwo unter Beobachtung gerät, wenn man solche Videos auf sein Blog lädt? Das Ding kursiert wohl schon eine Weile im Netz, aber ich kannte das noch nicht.

Freitag, 31. Oktober 2008

Türkische Tomaten oder Wir haben jetzt einen Kiez

Seit ein paar Tagen haben wir einen neuen Nachbarn: ein türkisches Lebensmittelgeschäft mit SB-Backshop. Die Öffnungszeiten erinnern mich ein wenig an das Buch "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran": "Araber zu sein in unserem Viertel heißt 24 Stunden täglich und auch am Wochenende geöffnet." (sinngemäß zitiert, ich habe das Buch gerade nicht vorliegen). Nun, ich denke, in einem Familienbetrieb findet dort drüben auch ein Teil des sozialen Lebens statt, insofern scheint es nicht so dramatisch zu sein. Und für uns ist es das Paradies.

Im Moment ernähre ich mich fast ausschließlich von Tomatensalat, denn die Tomaten sind einfach Weltklasse. Aber es gibt auch Konserven, Getränke, Junkfood aus allen möglichen Teilen der Welt, riesige Sträuße duftende Petersilie (die glatte natürlich!) und diverse Fladenbrotspezialitäten zum Aufbacken. Und das sogar sonntags!

Ich finde das großartig und bin schon jetzt Stammkundin. Jetzt muss uns bloß noch jemand einen Balkon an die Wohnung basteln, dann würde mich hier so schnell nix wegziehen.

Mein Tomatensalat für 1 Person

-2-3 aromatische Tomaten
-1 kleine Zwiebel
-1/4 Salatgurke
-1 Brötchen vom Vortag
-eine halbe frische Peperoni nach Belieben
-viel glatte Petersilie
-2 Esslöffel weicher, zerbröselter Schafkäse oder ein Päckchen Mozzarella
-Salz, Pfeffer, Zucker, Olivenöl und Balsamessig miteinander verquirlt

alles schön klein schneiden und zuerst das Brötchen in die Schüssel geben, damit es durch den Saft der Tomaten und die Essig-Öl-Mischung gut durchzieht.

Sonntag, 26. Oktober 2008

Strickzeug vergessen - neues WIP


So kann's gehen. Ich wollte doch mal beim neuen Stricktreff in meinem Lieblings-Wollgeschäft (nee, das ist nicht in Osnabrück) vorbeischauen, doch das ist dann eben direkt nach der Arbeit. Natürlich hatte ich morgens vergessen, Strickzeug mitzunehmen. Habe ich eigentlich auch nur selten dabei, weil ich in der Mittagspause doch meistens lese und in der Bahn, ja da stricke ich manchmal sogar lieber, aber manchmal schaue ich auch einfach so in der Gegend rum, die Fahrt ist ja nicht so lang.

Was tun? Wegbleiben fand ich blöd, die Gelegenheit war ja günstig. Also habe ich die Mittagspause genutzt, um nach Sachen zu suchen, die ich ohnehin stricken oder auch häkeln will und die nach nur einem Knäuel Wolle verlangen. Ich habe mich dann für BYOB aus der Knitty entschieden. Das ist so eine Art Einkaufsbeutel, den ich schon mal ans Weihnachtsgeschenk angedacht habe, ich weiß aber noch nicht, für wen. Für BYPB (Bring your own bag) braucht man zwar mehr als ein Knäuel, aber ich brauchte bloß eines zu kaufen und habe dann mit meinen Cotofilo-Resten, die ich schon vor Wochen für das Topflappen-Projekt dort erstanden hatte, weitergemacht. Nadeln konnte ich mir erst mal leihen, und die Wolle hat 1,50 € gekostet. Insgesamt braucht man aber für so eine Tasche bestimmt vier bis fünf Knäuel.

Das Perlmuster erfordert zwar ein wenig Geduld, aber es ist ein schönes Unterwegs-Gestrick und man kann sich auch noch gut dabei unterhalten, während man strickt. Nur ob jemand das Endergebnis tatsächlich zu schätzen weiß? Ganz schön viel Aufwand für eine Einkaufstasche. Vielleicht schenke ich sie mir auch selbst.

Ich war tapfer.


Erinnert Ihr Euch noch an dieses Ding hier? Genau, das ist Mr Greenjeans. Zum großen Teil habe ich ihn mit Begeisterung gestrickt, war echt angetan von der Methode, ihn in einem Stück zu arbeiten und konnte kaum die Finger von ihm lassen, gewissermaßen.

Bei den Ärmeln schließlich wurde mir das Ding so schwer und unförmig auf dem Schoß und was das Blödeste ist: Es ist zumindest für unterwegs nicht mehr praktikabel. Ich brauchte also neues, transportables Unterwegs-Gestrick und begann da so allerlei. Mr Greenjeans 1. Ärmel wurde trotzdem noch schnell fertig. Beim 2. wanderte er erstmal einen Monat in die Ecke. Wahrscheinlich habe ich einfach eine Ärmelphobie.

Heute früh, mit der geschenkten Stunde im Gepäck (da Umstellung auf Winterzeit) und schon viel ausgeschlafener als ich es die ganze Woche lang war, habe ich das "UFO" aus seiner Tüte genommen, die alten verknautschten Metallnadeln durch frische Knitpicks ersetzt und ging ans Werk. Fertig bin ich zwar noch lange nicht, aber hey, diesen Winter wird das noch was...

Montag, 20. Oktober 2008

Buchmesse-Nachlese

Gestern war ich auf der Buchmesse. Zum ersten Mal an einem Sonntag - definitiv auch zum letzten Mal. Es war einfach zu voll, um die Hallen mit den wichtigsten Belletristikverlagen auch nur ansatzweise besuchen zu können, zumal die Zeit auch noch denkbar knapp war. Gut, ich habe das Beste draus gemacht: Einem Interview mit Alina Bronsky gelauscht, Mittagsessen mit Kollegin Mareike beim Dr. Oetker-Verlag (der immer ein Herz für hungrige Buchhändlerinnen hat, allerdings nicht für sehr hungrige - die Portion fiel dieses Jahr etwas klein aus...), ein paar Lesungshäppchen hier und dort aufgeschnappt und in der Non-Book-Ecke gestöbert.

Eine Halle habe ich schließlich doch noch etwas gründlicher abgeklappert, nämlich die der internationalen englischsprachigen Verlage. Auf der Suche nach Strick-und Häkelbüchern, in die man mal reinlinsen konnte, bin ich durchaus einige Male fündig geworden. Absolute Must-Haves waren allerdings nicht dabei.

Übrigens soll es dieses Jahr einen absoluten Besucherrekord auf der Messe gegeben haben. Wie schon gesagt, es war voll. Aber die Begründung des Buchmesse-Direktors Boos gegenüber der Berliner Morgenpost fand ich dann doch ernüchternd: "Die Digitalisierung zieht die Menschen nach Frankfurt. [...] Die neue eBook-Generation war eine der Hauptattraktionen auf der Buchmesse."

Na besten Dank auch. Bleibt zu hoffen, dass auch im nächsten Jahr genug "echtes" Druckwerk zu besichtigen ist - für mich dann aber bitte wieder an den Fachbesuchertagen.

Henriette B.

Die Aktion "Auch Häkelschafe brauchen ein Zuhause" ist erfolgreich zu Ende gegangen. Etwas wehmütig trennte ich mich vor einigen Tagen von einem noch namens- und geschlechtslosen Schaf. Es war nämlich so, dass die beste Liebste von allen und ich uns nicht einig werden konnten, ob ich da gerade ein männliches oder ein weibliches Schaf häkele. Für mich war es eine Henriette, für sie ein Bartholomäus. Das Schäfchen durfte zunächst noch ein wenig länger bei uns wohnen und mit Rosi, dem Häkelschaf von Pzycho , anfreunden, doch es nützte nichts, wir konnten uns einfach nicht einigen, schließlich kenne ich mich mit Schafen auch nicht aus.

Ganz im Gegensatz zu der Empfängerin sheepmama. Die hat nämlich echte Schafe aus Fleisch und Blut, die müsste sich doch eigentlich auskennen. Gesagt, getan. Päckchen gepackt, Karte geschrieben, etwas spezielle Namensorakelschokolade mit reingelegt und ab ging es auf die Reise.

Tatsächlich hat Doris das Problem bravourös gelöst, wie Ihr hier nachlesen könnt.

Das ist Henriette B. beim Rumtollen in meinem Stash - auf einem Bild gemeinsam mit ihrer Halbschwester Rosi.





Vielen Dank an alle, die mitgemacht haben beim Schafe tauschen - es war ein Riesenspaß und gerne wieder. Jetzt wird allerdings erst mal gewichtelt. Ist ja schließlich bald Weihnachten. Ist es? Oh ja. Da führt kein Weg dran vorbei. *stöhn*

Sonntag, 5. Oktober 2008

Rosi, i hol di mit dem Traktor ab


Genau genommen kam sie Donnerstag mit dem Hermes-Boten, Rosi aus Bayern, mein Häkelschaf aus der Tauschaktion "Schafe suchen ein Zuhause" bei Ravelry. Danke nochmal, Pzycho, sie ist wirklich entzückend.

Ich selbst bin noch nicht ganz fertig mit meinem Tauschschäfchen und ich habe auch kräftig geflucht, weil ich mir zumindest für den Schafkörper in den Kopf gesetzt hatte, ein plüschiges Garn zu nehmen, welches sich leider total schlecht verhäkeln lässt. Die Arme und Beine liegen hier gerade so herum, während das arme noch namenlose Schaf zwar schon ein Gesicht, aber nur ein Ohr hat. Aber ich arbeite dran. Die Empfängerin ist nämlich so etwas wie eine Expertin, soviel sei verraten.

Stricken mit Würstchen

Ich habe es zwar nur in der Rückschau bei Frau Tichiro gesehen, aber wer möchte nicht trotzdem seinen Senf dazugeben, wenn Herr Gottschalk schon mal darin badet?

Wie auch immer, bei Wetten, dass? gab es gestern eine Saalwette, in der Thomas Gottschalk wettete, dass sich keine zehn Nürnbergerinnen finden würden, die mit Würstchen stricken können. Genauso gut hätte er wetten können, dass sich keine hundert finden würden, die diese altmodische Technik überhaupt noch beherrschen. Dazu noch Männer. Himmel. "Wie konnte das passieren?", fragte er einen der strickenden Herrschaften.

Herrje. Ich klau mir mal eine Bemerkung, die hierzu bei Ravelry gefallen ist: Muggels halt.

Donnerstag, 2. Oktober 2008

Totaaaal subversiv

Frauen küssen ist mal wieder total trendy. Und so provokativ *gähn* Jedenfalls hat eine junge Dame namens Kate Perry damit gerade einen Hit gelandet.



Immerhin ein Gute-Laune-Song und singen kann sie auch, auch wenn ich das gleichnamige Lied der ebenfalls heterosexuellen Jill Sobule in den Neunzigern irgendwie peppiger fand. Hier mal beide im Vergleich:

Dienstag, 30. September 2008

Saunaferkeleien in blauweiß

Überall ist jetzt Oktoberfest, blauweiße Tischdecken scheinen im Moment der Verkaufsschlager schlechthin zu sein und jede Eckkneipe prahlt mit einer laminierten Extrakarte und bajuwarisch anmutendem Ambiente.

Sogar die Saunabar im Osnabrücker Nettebad wollte da nicht hinten anstehen. Zwar wirken Paulaner, Weißwürstl und Bayernwimpel zwischen Birkensaft, Wellnessdrinks und Honigaufgüssen erst mal ein wenig deplatziert, jedoch kann ich mir schon vorstellen, dass derlei Bodenständiges manchmal genau das Richtige ist, warum also nicht?

Eines jedoch habe ich auf der Karte gefunden, was ich zwar durchaus gelegentlich in der Sauna, nicht aber auf dem Teller vermutet hätte: Frisches Spannferkel.

Was genau einem da serviert wird, möchte ich ehrlich gesagt nicht wissen.